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bft, MEW und BDWi diskutieren mit prominenten Gästen über E-Fuels

bft, MEW und BDWi mit prominenten Gästen Seit fast zwei Jahren arbeiten die Verbände der Mineralölwirt­ schaft daran, E-­Fuels als flüssige Kraftstoffalternativen im Rahmen der Treibhausgasreduzierung im politischen Berlin und in Brüssel populär zu machen. E­-Fuels vereinen alle positiven Eigenschaften der flüssigen Energieträger und helfen dabei, die Treibhausgase deutlich zu reduzieren. Nach Ansicht von bft und MEW gehören E-­Fuels dazu, wenn es dar­ um geht, die anspruchsvollen Klimaziele der Bundesregierung, zu der sie sich im Rahmen der verschiedenen Klimaschutzabkommen ver­pflichtet hat, zu erreichen. Mit der Einführung von E-­Fuels als Ener­gieträger können die Vorteile flüssiger Energieträger vorangebracht werden. Es bedarf keiner weiteren Investitionen in die Infrastruktur und können auch schrittweise in den Markt gebracht werden. Zusammen mit MEW und dem BDWI wurde jetzt eine Veran­staltung initiiert, bei der es um die Frage ging, ob E-­Fuels die Verkehrswende wirklich vorantreiben können. Michael Niedermeier, ADAC

Vorab erklärte Michael Niedermeier vom ADAC, was E-­Fuels überhaupt sind, nämlich naturidentische Stoffe, die in einer Chemieanlage produziert werden. „Rohstoffe“ sind Wasserstoff und Kohlenstoff. Letzterer wird aus CO2 gewonnen, und zwar dort wo CO2 in Mengen anfällt, bei Kraftwerken oder industriel­len Anlagen. In einem Syntheseprozeß werden nun der „grüne“ Wasserstoff und der gewonnene Kohlenstoff zu E­Fuels, genauer gesagt zu E-­Crude und nach einem Raffinationsprozeß zu E­-Fuels. Die derart gewonnenen E­-Fuels können gasförmig oder flüssig sein („Power-­to­-Gas“ oder „Power-­to-­Liquid"). Damit lassen sich herkömmliche Verbrennungsmotoren betreiben.

Im Zentrum der Veranstaltung standen zwei Panels zur Wirt­schaftspolitik und zur Entwicklungspolitik. Das wirtschaftspoli­tische Panel wurde von BDWi-­Bundesgeschäftsführer Ralf­ Michael Löttgen moderiert. Der SPD-­Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus, Sarah Schmitt (Leiterin des Hauptstadtbüros des bft) und Stephan Stollenwerk (Experte für Energiesysteme und ­-speicher, Strategie und Technologie bei Innogy SE) diskutierten über den wirtschaftspolitischen Rahmen für E-­Fuels.

Sarah Schmitt stellte für den bft noch einmal klar heraus, wo die Vorteile der E­-Fuels liegen und inwieweit sie einen Beitrag zur Entlastung der Treibhausgasbilanz und zur Erreichung der Treibhausgasreduzierungsziele beitragen können. Sarah Schmitt stellte heraus, dass es keine Konkurrenz zur E­-Mobilität gebe, sondern dass flüssige Kraftstoffe und E­Mobilität sinnvollerweise einen Platz beieinander haben müssten. Schmitt: „Das Schöne an E­-Fuels ist, dass sie in ihren Eigenschaften herkömmlichem Kraftstoff nahekommen und so auch schrittweise beigefügt werden können. Die Akzeptanz bei Verbrauchern ist höher und vor allem sei außerdem entscheidend, dass sich die bisherige Infrastruktur einfach weiter nutzen lasse. Damit entfallen gewaltige Kosten in die Umrüstung der vorhandenen Infrastruktur, die der Verbreitung der E­Mobilität noch im Wege stehen.

Stefan Stollenwerk von Innogy stellte heraus, dass E-­Fuels auch ein Weg in die Zukunft seien. Die Herstellungsverfahren seien erprobt, nur müsse man jetzt mit der kommerziellen Nutzung der E­-Fuels beginnen, damit sie rechtzeitig ihren Beitrag leisten können.

Das war das Stichwort für den SPD­-Bundestagsabgeordneten Andreas Rimkus, der sich klar und eindeutig pro E-­Fuels aussprach. Rimkus sagte, die Energiewende gehe nur mit E-­Fuels, die Zukunft sei nicht „all­electric“. E­-Fuels könnten dort sinnvoll gewonnen, besser hergestellt werden, wo es regenerative Energien ohne Begrenzung gebe. Die Studie weise auf die MENA­-Region als ideale Standorte hin. MENA­-Region ist mittleres Asien mit Windkraft beispielsweise in Kasachstan oder Solarstrom in Nordafrika.

Stollenwerk betonte, das Effizienzthema sei bei der Herstellung der E­F-uels nicht das Hauptthema. Diese Frage stelle sich bei Strom aus regenerativen Energien nicht in dieser Form. E­-Fuels seien ein ideales Speichermedium für regenerative Energien.

Rimkus zeigte außerdem die arbeitsplatzpolitische Bedeutung der E­-Fuels auf. Techniklieferant sei im hohen Masse Deutschland, wo die E­-Fuels einen beträchtlichen Arbeitsplatzeffekt auslösen könnten. Das folgende entwicklungspolitische Panel moderierte die Journa­listin Jana Kugoth. Der CDU­-Bundestagsabgeordnete Peter Stein, FDP­-Abgeordneter Christoph Hoffmann, Duraid El Obeid (bft­-Vor­standsmitglied und MEW­Vorsitzender) und der agyptische Botschafter Badr Abdelatty diskutierten über die Chancen für die Produktion von E­-Fuels in Nordafrika.

Peter Stein, CDU­-Abgeordneter, wies in seinem Statement darauf hin, dass es vor allem die nordafrikanischen Länder seien, die hier als Hersteller und Lieferanten auftreten können. Ägyptens Botschafter Badr Abdelatty unterstrich die Ambitionen, zu einem Zentrum für die Herstellung von erneuerbaren Energien Dr. Christian Hoffmann MdB, FDP Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.zu werden. Das Land könne und wolle dies. Demnächst werden auch Gespräche zwischen ägyptischen und deutschen Partnern über die Produktion von E­-Fuels stattfinden. FDP­-Bundestags­ abgeordneter Christoph Hoffmann, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, beschreibt die Aussicht einer Kooperation mit nordafrikanischen Staaten: „Dies ist eine Win­Win­-Situation: Aufgrund der wachsenden jungen Bevölkerung werden viele und qualifizierte Jobs gebraucht. Europa braucht Strom aus nachhaltiger Energie. In E-­Fuels kann dieser Strom gespeichert werden.“

Auch bft-­Vorstandsmitglied Duraid El Obeid argumentierte ähn­lich. E-­Fuels bringen allen Seiten Gewinn. Sie führen auch nicht zu einer einseitigen Ausbeutung der Erzeugerländer. Die Rohstoffe stehen unbegrenzt zur Verfügung. Rolle des Mittelstands in dieser Diskussion ist es, das Thema voranzubringen. Dr. Steffen Dagger trat zum Schluss noch einmal mit einer Züsammenfassung der Diskussion auf und konnte den Gästen auch E-­Fuels zum Anfassen zeigen. Extra für diese Veranstaltung habe man Rohdiesel und einen Block E­-Wachs organisiert. Am Ende zeigte sich Duraid El Obeid sehr zufrieden mit dem Abend. Die Veranstaltung habe einen wichtigen Impuls auf dem doch sehr schwierigen Weg in Richtung E­-Fuels geleistet.

bft/sz

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Geschäftsführer
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Sarah Schmitt
Leiterin des Hauptstadtbüros

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